Reise - Interesse

Meer Marokko Fenster Marokko Maler in Marokko Marrakesch Marokko Palast in Marokko Hassan Moschee in Marokko Marokko Flagge Mosaik Marokko Lampen Marokko Atlas Marokko




Überblick über unsere Rundreise durch Marokko

Reisebericht von Carolin und Boris

6. Tag (Sonntag) Maurische Spuren an der Mittelmeerküste und Riff

Küste von MarokkoHeute sind wir früher los als sonst - um 7.30 Uhr war Abfahrt. Ich war unausgeschlafen, weil ich nachts nicht einschlafen konnte vor lauter Straßenlärm. Das ist mir heute zum ersten Mal passiert - die Tage davor war ich meist um 10 Uhr abends schon platt. Boris hat von 5 mal schlafen 3 mal in seiner Kleidung geschlafen, weil er immer ungeplanterweise auf dem Bett eingeschlafen ist. So kaputt waren wir von den vielen neuen Eindrücken.

Ganz kurz sind wir durch Tanger gelaufen, aber es gab eigentlich nichts, was wir nicht schon gesehen hatten. Außer, dass wir von Tanger aus die Spanische Küste sahen, die wirklich nicht weit entfernt ist. Da es etwas neblig war konnten wir die Küste allerdings nicht klar erkennen, dafür wirkte das Meer ein bisschen mystisch.

Als wir Tanger verließen, verstärkte sich unser Bild von leer stehenden Häusern. Das ist unglaublich wie viele Wohnungen hier leer stehen. Nach einiger Zeit hielten wir auf einem Felsen an um die Aussicht auf das Mittelmeer und Spanien zu bewundern. Die Landschaft dort war sehr felsig, laut Mohammed wird die Sierra Nevada fortgeführt.

Ketten in einem Geschäft in MarokkoWährend der Fahrt fuhren wir auch an Ceuta vorbei. Obwohl die Stadt auf der marokkanischen Seite liegt, gehört diese zu Spanien, trotzdem leben dort viele Marokkaner. Die Stadt ist Freihandelszone, was natürlich den Schmuggel begünstigt. Marokkaner die dorthin wollen, benötigen extra ein Visum. Spanier dagegen, die dorthin ziehen erhalten dafür zahlreiche Vergünstigungen. Die Stadt ist wahrscheinlich für die Spanier wichtig, da sie direkt am Mittelmeer liegt.

Unser nächstes Ziel war der Ort Tetouan, der von 1912-56 Hauptsitz des spanischen Protektorats war. Den Maurischen Einfluss spürt man dort auch mehr als in anderen Städten. Zunächst sahen wir uns die Medina an, die aber nicht viel anders war als die, die wir bisher gesehen hatten. Allerdings sind uns einige Frauen mit Hüten aufgefallen, die fast ein bisschen an Mexiko erinnerten. Und eine andere Gruppe von Frauen hatte neben dem Kopftuch auch noch ein Tuch um den Mund, das hinter dem Kopf verknotet war. Das sah schon sehr unbequem und zugeschnürt aus.

Allgemein sieht man in Marokko viele Menschen in traditionellen Gewändern wie Kaftane. Ca. ein Drittel läuft so herum. Der Rest ist westlich angezogen, aber es sind immer viele Körperstellen bedeckt. Fast alle (ca. 90%) Frauen tragen ein Kopftuch, manche sind westlich modern angezogen (enge Kleidung und Schminke) aber die meisten laufen unscheinbar und verhüllt herum.

Nach der Medina, die seit 1997 UNESCO Weltkulturerbe ist, gelangten wir zum Platz Hassan II. Dort sind der Königspalast sowie vier Minarette. Von hier gelangt man in das Ville Novelle, dem ehemals spanischen Teil der Stadt. Hier sind die Straßen breit, die Häuser groß und verziert mit allerlei Figuren. In dem Ort wohnen auch viele Juden, die damals aus Spanien geflüchtet sind und seither in Marokko leben.

In Tetouan kauften wir in einer Bäckerei Brot und allerlei Kleinteile ein. Das ganze kostete ca. 3 Euro und war unser heutiges Mittagessen für vier Personen. Die Kleinteile waren Blätterteig bzw. normaler Brotteig gefüllt mit Auberginen, Paprika, Chili, Tomate, Oliven und Tunfisch. Die zwei Fladenbrote waren anders als die, die wir von Deutschland kennen: fester, kleiner und eines davon war aus Maismehl. Alles schmeckte lecker und war eine gute Alternative zu dem anderen Essen.

Chefchaouen in MarokkoAls nächstes fuhren wir nach Chefchaouen. Der Ort hat gerade einmal 45.000 Einwohner und ist ein wahres Juwel! Im Ort sind marokkanische und andalusische Einflüsse vermischt. Die Häuser sind sehr schön und alt, auffallend ist vor allem die blaue Farbe, mit der die Häuser, Türen, Mauern gestrichen sind. Da dabei unterschiedlichste Blautöne verwendet wurden, bildet das Ganze ein perfektes Zusammenspiel. Boris schoss ein Foto nach dem anderen.

Nach einer Pause im Ort machten wir noch mit der Reisegruppe einen Rundgang. Dabei entdeckten wir einen Waschplatz am Fluss. Die Frauen aus dem Ort wuschen dort ihre Wäsche (im Stein waren Waschbecken und Waschbretter eingemeißelt). Gott sei Dank haben wir eine Waschmaschine. Zum Trocknen hingen die Kleidung und die Teppiche über den Bäumen, Sträuchern und den Geländern.

Chefchaouen in MarokkoEin paar Minuten weiter unten am Fluss waren wir dann noch mehr überrascht. Junge Kerle wuschen dort ihre Kleidung. Waschen scheint also nicht nur reine Frauenarbeit zu sein, auch wenn hier strikte Geschlechtertrennung eingehalten wird.

Voller schöner Eindrücke machten wir uns wieder auf den Weg. Wir fuhren weiter durch das Riffgebirge. Am Rande des Riffs sahen wir sehr viele große Felder - hier wird Landwirtschaft für den Export betrieben. Da das Gebiet sehr regenreich ist (800ml Regen pro Jahr) eignet es sich besonders für die Landwirtschaft. Vor allem Gerste und Weizen werden angebaut.

Auf einem Parkplatz sahen wir Marokkaner, die gerade von der Jagd zurückkehrten. Jagd ist nur sonntags während der Saison erlaubt. Dafür benötigt man auch eine Genehmigung. Die Marokkaner die wir sahen, hatten ihre Beute (Fasanen und Hasen) außen am Auto befestigt - den Grund verstanden wir nicht so recht.

Die Strecke war zwar landschaftlich sehr schön, aber auch sehr anstrengend, da der Weg schlecht war und wir jede Menge Kurven fuhren. Daher waren wir sehr froh, als wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit in Meknes ankamen.

Boris erlebte eine tolle Überraschung: Wir haben eine Suite erhalten. Das Hotel war schon alt und hatte definitiv seine Glanzzeit schon hinter sich. Unsere Suite war wie eine Wohnung mit einem Flur und einem großen Wohnzimmer mit dicken, schweren Möbeln. Leider roch es nach Rauch, das war ein bisschen unangenehm. Ich freute mich aber über unser Bett - wir hatten ein französisches Bett mit einer Matratze - wie daheim.

Das Abendessen war wieder sehr lecker, es gab Tajine. Die Marokkaner benutzen das Gewürz Koriander, dessen Geschmack mich sehr an China erinnert. Das Gewürz wird auf den Märkten büschelweise frisch verkauft - ich brauche auch unbedingt eine Pflanze in Deutschland. Nach dem Essen liefen wir noch eine Runde um den Block.

Lesen sie weiter im [Reisebericht über Marokko].

Weitere Länderinformationen und Reiseberichte

Lesen sie über Reiseinfos, Reiseberichte und Reisetipps, die wir im Mai, Juni und Juli eingestellt haben. Zudem erfahren sie Interessantes über die verschiedenen Länder. Zu folgenden Themen haben wir zahlreiche Reiseberichte auf der Internetseite veröffentlicht: Aktivurlaub, wie Wandern oder Fahrrad fahren, Rundreisen in Deutschland und weit weg im Ausland, sowie Städtereisen, dazu gehören auch Veranstaltungen wie das Neuburger Schlossfest. Außerdem haben wir zahlreiche Reisetipps zusammengestellt, wie eine Hitliste unserer besten Urlaube oder unser persönliches Ranking der besten Reiseführer.