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Überblick über unsere Rundreise durch Marokko

Reisebericht von Carolin und Boris

8. Tag (Dienstag) Fes

Mosaik in MarokkoHeute blieben wir den ganzen Tag in Fes. Fes hat 1 Mio. Einwohner und besteht aus drei Stadtteilen: der neuen, alten und der mittelalterlichen Stadt. Die Medina von Fes ist die größte mittelalterliche, islamische Stadt der Welt. Insgesamt hat Fes 8.000 Gassen und ist daher ein wahres Labyrinth.

Früh morgens fuhren auf einen der Berge von denen Fes umgeben ist. Fes liegt in einem Tal umgeben von dem Riffgebirge und dem Atlas. Auf dem Berg war eine offene Moschee, in der drei Mal im Jahr gebetet wird. Die Moschee bestand aus nicht viel mehr als einer Mauer mit grünen Ziegeln. Grün ist die Farbe des Islams. Wir genossen von dort den Ausblick auf die drei Stadtteile und sahen den Friedhof. Marokkanische Friedhöfe sind immer mit Steinplatten bedeckt und haben keine Blumen wie bei uns.

Königspalast in FesAnschließend sahen wir uns den Königspalast an. Leider konnten wie diesen nur von außen besichtigen, wir sahen drei mächtige verschlossene Tore und eine hohe Mauer. Der König wohnt in dem Palast dort nur ab und zu.

Anschließend fuhren wir weiter in das Judenviertel Mellha, im 14. Jhd. fanden Juden dort Zuflucht. Die Häuser unterscheiden sich von außen im Wesentlichen durch die offenen Balkone zur Straße. Diesen Stil haben die Juden von Andalusien mitgebracht von wo sie wegen ihrem Glauben vertrieben wurden. In Marokko waren die Juden willkommen, da die Marokkaner ihres Glaubens wegen keine Zinsen einnehmen dürfen. Die Aufgabe des Geldverleihens übernahmen die Juden. Im Mellah sahen wir außerdem sehr viele Goldhändler. Unter anderem verkauften sie Goldgürtel, diesen bekommt die Frau bei der Hochzeit umgelegt. Da einer ca. 3.500 Euro kostet, können sich diesen nicht alle leisten. Es gibt eine Art Billigversion (200 Euro) aus Stoff und Stickereien. Den Gürtel zahlt der Mann (Boris darf also anfangen zu sparen:-)

Lampengeschäft in FesDann gingen wir in die Medina, der mittelalterlichen Altstadt. Während wir durch die Gassen schlenderten, wurde uns immer wieder das Wort "balak" zugerufen, was auf Deutsch Achtung heißt. Immer wieder wurden Handwägen durch die Gassen geschoben oder Maultiere wurden schwer beladen durch die engen Gassen geführt. In einer Gasse sahen wir ein Schild Eselverbot (RoterKreis, weißer Hintergrund mit einem Esel davor). Bis auf die vielen Satelitenschüsseln, Handys und Billigware aus China, die in manchen Gassen angeboten wurde, erinnert alles an das Mittelalter. Beispielsweise wurde dort eine getrockene Blume verkauft, diese dient als Zahnstocher.

Handwerker in FesDie Marokkaner halten fest an ihrer alten Tradition und Sitten fest. So ist es zum Beispiel auch üblich, dass Kinder das Handwerk ihrer Eltern erben. Wir sahen viele Handwerker, die in dreckigen und schmutzigen Löchern auf dem Boden arbeiteten. In die Medina eingebaut (von anderen Häusern umschlossen) sind zahlreiche Moscheen. Die meisten dürfen Nichtmuslime nicht betreten, außer in eine durften wir hinein. Diese war mit Stuck und Kacheln sehr schön verziert.

Gerberviertel in FesNatürlich sahen wir uns auch das für Fes typische Gerberviertel an. Dieses ist für Touristen nicht zugänglich, allerdings haben Lederfirmen Aussichtsplattformen von denen aus man auf die Gerber herunterblicken kann. Aber man sieht nicht nur einiges, sondern es riecht auch bestialisch. Zur Verarbeitung der Tierhäute werden Schweinemist und Rinderurin mit Asche verwendet. Die Gerber stehen in den Bottichen mit nackten Füßen und wenden mit den Händen die Felle. Ich war geschockt. Wie ungerecht ist die Welt wenn man in so ein Leben hinein geboren wird.

Gerberviertel in FesAllerdings muss man sagen, dass Marokkaner für ein Studium nicht zahlen müssen. Es gibt private Unis, hier braucht man reiche Eltern (ca. 100 Euro pro Monat) oder ein Stipendium, wenn man besonders gut ist. An den staatlichen Unis können aber alle studieren.

Pastilla in MarokkoZu Mittag aßen wir in einer Touristenabzocke. Boris ärgerte sich sehr, aber ich freute mich, eine Pause vom Gestank der Medina zu machen. Wir aßen Pastilla. Das ist ein Blätterteig, gefüllt mit Hühnchen oder Taube und Gemüse. Das besondere daran ist, dass, obwohl das Gericht herzhaft ist Zucker und Zimt darüber gestreut wurde. Es war recht lecker, auch wenn ich finde, dass zu viel davon nicht schmeckt.

Farben in der TöpfereiIm Anschluss daran sind wir in eine Töpferei gefahren. Dort werden Tonsteine kleingeschlagen und dann in Wasser gelöst. Das Auflösen passiert mit der Hand, ein Mann steht dabei mit den nackten Füßen in der Tonmasse. Die Tonmasse wird dann zu Kacheln geformt, die von der Luft getrocknet werden. Anschließend werden die Kacheln nochmal geformt, gebrannt, bemalt, lackiert, gebrannt, in Kleinteile geklopft und auf Tischen, Brunnen usw. befestigt. Das Ganze ist mächtig kompliziert und anstrengende körperliche Arbeit. Vieles könnte in der heutigen Zeit durch Maschinen ersetzt werden, aber man hat den Eindruck, Marokko hält an der Tradition fest.

Nach diesem weiteren eindrucksvollen Erlebnissen sind wir zurück in das Hotel. Viele sind an den Pool aber wir haben nur das Kühle in unserem Zimmer genossen, uns ausgeruht und gelesen. Das Abendessen war lecker, leider aber keine Marokkanische Küche.

Lesen sie weiter im [Reisebericht über Marokko].

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